Autorenhomepage von H. L. Ween

Creo, ergo sum

 lautet mein literarisches Motto - getreu der festen Überzeugung, dass nur der schöpferische Akt den Menschen von seinen Alltagsfesseln befreit, ihn über sich hinaus wachsen lässt. Dabei ist es egal, ob ich Sachbücher, Texte zu Anthologien und Gedichte schreibe, Thriller aller Genres zu Papier bringe oder Projekte entwickle.

Doch wie fing alles an? 

 

Im Herbst 1947 erblickte ich das Licht der Welt, und der Schauplatz dieses Ereignisses stand für alle kruden Fantasien, die später vor allem Horrorgeschichten bis hin zu den Stories des Serials „H.L. Weens Schockstarre“  ihr Gepräge gaben. Ein notdürftig als Kreißsaal hergerichteter Luftschutzkeller des teilzerstörten Berliner Rudolf Virchow Krankenhauses hielt dafür her, und so verwundert es nicht, dass mich die verstörende, unheimliche, dunkle Seite der menschlichen Natur bis heute reizt.

Gleichwohl gibt es – bei aller Not, die ich damals kennengelernt habe – auch andere Kindheitserinnerungen. Ab dem 9. Lebensjahr Messdiener in St. Afra, lernte ich schnell, den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn es im tiefsten Winter morgens um halbsechs aus dem Haus ging. Den anderen Kindern in der Wohnstraße war ich so was wie ein Märchenonkel, musste ich für sie doch immer neue Geschichten erfinden, die ich ad hoc zum Besten gab. Und ein wenig Talent hatte ich wohl auch als Sänger mit schon früh tiefer Stimmlage, auch wenn es nur zum Kirchen- und Schulchor reichte und zu einer Tournee mit dem "Diesterweg Youth Choir" durch Schottland bis weit in den unwirtlichen Norden.

Nach dem Abitur dann Eintritt in den Berliner Landesdienst, Ausbildung für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst und dann schier unaufhaltsamer, laufbahnüberschreitender Aufstieg bis zum Regierungsdirektor, obwohl ich mit der oft träge anmutenden Bürokratie immer wieder über Kreuz lag.

Daneben gab es früh Versuche in Lyrik, heute durchaus anerkannt, und Prosa hier und da, aber immer nur für einen kleinen Kreis, bis es mich um die Jahrtausendwende endgültig packte ...

Ein erstes Büchlein mit dem treffenden Namen "Angst- böse Verse und Geschichten zur Nacht" fand 2000 einen Verleger, wenn auch keinen von Gewicht. Es folgten ertraglose, aber lehrreiche Jahre bei einer saarländischen Autoreninitiative, ein tragisches, durch den Tod des Verlegers abrupt beendetes Intermezzo bei Myramedia (vormals Betzel), eine Stippvisite beim Bukstor Verlag, ehe mir im Frühjahr 2011 - wenige Monate nach meiner Pensionierung - der Chef der Chichili Agency über den Weg lief. Er erkannte früher als andere mein Potenzial und veröffentlichte im Juli 2011 den Krimi "Todesengel" als Ebook. Ein Riesenerfolg im  damals noch sehr kleinen digitalen Marktsegment mit 8.000 legalen Downloads und über Monate Verkaufsrang 1 bei Thalia.de, Thalia.at, Buch.de, Bol.de, Buecher.de.

Es folgten Dutzende Romane, Kochbücher, Erotika, Serien und  Anthologien, an denen ich als Autor, Lektor, Herausgeber und/oder  Redakteur   beteiligt war. Und der Erfolgshunger ist noch nicht gestillt. Wohin er mich auch führen wird - nie werde ich vergessen, wem ich zuvorderst meinen Erfolg verdanke:

  • meiner Mutter, nach der ich wohl eher als nach Vater komme und die früh Leselust in mir weckte
  • ungemein mutigen Bibliothekaren der Hugo-Heimann-Bücherei im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen, die mir in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre Brecht, Sartre  und den unvergleichlichen Max Frisch nahe brachten
  • Wolf Müller, der mich förderte und forderte und einst mit seinen Beiträgen der DDR-Krimireihe "Blaulicht" literarische Bedeutung verlieh
  • der besten aller Ehefrauen, wie Ephraim Kishon es einst formulierte. Härteste Kritikerin und größte Unterstützerin in einer Person, steht sie für die im Dunkeln, die man, so Brecht in der Dreigroschenoper, im Gegensatz zu denen im Hellen nicht sieht. Wenn ich trotz Behinderung als Autor präsent bin, ist es im Wesentlichen ihr Verdienst.